Schulranzen
Dass ein Schulranzen viel mehr ist, als ein Transportbeutel für mp3-Player, Spiele-Konsolen, Fußball-Sammelbilder und ähnlich wichtige Dinge, ist jedem bewusst. Da sollen ja auch noch solche Dinge hinein wie zum Beispiel Schulbücher, Hefte, Stifte und die Frühstücksdose. MP3-Player werden immer leichter – Schulbücher hingegen werden immer schwerer. Niemand hat behauptet, Schule sei leicht. Aber alle sind sich einig, dass Schulranzen für das empfindsame Knochengerüst der Schüler viel zu schwer sind. Allerdings, nicht der Ranzen selbst ist zu schwer, sondern dessen Inhalt. An der Seitenzahl der Schulbücher können die Hersteller der Schulranzen wenig ändern. Aber sie können auf hilfreiche Ausstattungsdetails achten. Details, die den wachsenden Körper der Schulgänger nicht zusätzlich belasten, sondern ihn dabei unterstützen, das gewichtige Wissen möglichst unbeschadet zu verkraften.
Bevor die Kinder sich in der allumfassend informierenden Schule befinden, bevor sie erfahren, dass all das bislang Gelernte Schnee von gestern ist und für sie nun eine neue Zeitrechnung begonnen hat, müssen sie erst dahin kommen: zur Schule. Der Schulweg die erste Hürde, die es mit möglichst großer Sicherheit zu überwinden gilt.
Das größte Problem des Schulwegs ist sicherlich der Straßenverkehr zu früher Tageszeit. Es ist noch dunkel, die Sichtverhältnisse sind schlecht und mancher Autofahrer ist noch nicht wirklich wach. Die Kinder sind aufgeregt, freuen sich darüber Ihre Freunde zu treffen und halten sich nur bedingt an die Verkehrsregeln. Tatsache ist, dass die räumliche Wahrnehmung bei Kindern erst entwickelt werden will. Das Unterbewusstsein eines Grundschülers ist auf das Erkennen einzelner Punkte fokussiert. Umfassendes Verständnis für komplexe Zusammenhänge des Straßenverkehrs darf von ihnen noch nicht erwartet werden. Wie die verantwortlichen Eltern sich darum bemühen, ihren Kindern eine sichere Selbständigkeit auf dem Schulweg zu vermitteln, so kümmern sich die Hersteller um ihren Teil: Den Schulranzen. Zwar sind die Möglichkeiten begrenzt, schließlich ist ein Schulranzen kein wandelnder Airbag. Aber eines gilt ganz sicher: Der Schulranzen muss eine optische Signalwirkung haben, wie die Katzenaugen eines Fahrrades. Man muss ihn einfach sehen können.
Helle, möglichst grelle Farben sind die einfachste Möglichkeit, den Schüler sichtbar zu machen. Mit dem Geschmack der Mädchen, lässt sich da einfacher hantieren. Sie sind eher pflegeleicht, zumal ihre Lieblingsmotive mit diesen Farben umso schöner erscheinen. Bei den Jungs wird das schon schwieriger. Die Coolness der wachsenden Persönlichkeiten steht dem Signalgedanken oftmals entgegen. Sobald die Lieblingsfarbe eher schwarz oder vielleicht noch dunkler ist, bekommt der Signalgedanke ein Problem. »Reflektion« heißt das Zauberwort. Die Designer nutzen reflektierende Streifen, Aufnäher oder Buttons oder platzieren reflektierende Katzenaugen auf den Verschlüssen oder den Außenfächern. Sie entsprechen mit schrillen Randeinfassungen nicht nur dem Geschmack der Kids, sondern auch dem wichtigen Aspekt der Straßensicherheit.
Ebenso wichtig ist der Umgang mit dem Faktor »Gewicht«. Natürlich, den Kindern sind die Muskeln nicht verliehen, um sie niemals benutzen zu dürfen. Und sicher sind die Muskeln sinnvoller dafür eingesetzt, einen Schulranzen zu tragen, als ihn einem Mitschüler um die Ohren zu hauen. Wissen hat Gewicht. Wichtig ist jedoch, dieses Gewicht vernünftig zu verteilen. Der gesamte Körper ist stark, ein einzelnes Gelenk jedoch ist schwach. Die Formgestaltung eines Ranzens muss unterstützen und eine ergonomisch geformte Rückenschale ist beinahe Standard. Breite, gepolsterte Tragegurte sollten eine Grundanforderung sein, die Höhe des Ranzens sollte in einem akzeptablen Verhältnis zur Körpergröße stehen. Es macht keinen Sinn, so viel wie möglich in den Schulranzen stopfen zu wollen, um anschließend den Körper zu überfordern. Setzt man die Wirbelsäule seines Kindes einer dauerhaft ungleichmäßigen Gewichtsbelastung aus, wird dem Wirbelgerüst die notwendige Symmetrie genommen, mit der es den Körper im Gleichgewicht halten soll. Haltungsschäden sind aber tückisch. Man erkennt sie extrem spät. Sobald sie sichtbar werden, ist es eigentlich längst zu spät. Damit das nicht geschieht, sind die Hersteller sich ihrer Verantwortung bewusst.
Die Hersteller der Schulranzen sind erfindungsreich und verantwortungsvoll, wenn es um die Sicherheit und das Wohlgefühl der Kleinen geht. Dass die Kids sich über Benefits, wie integrierte Karabinerhaken, abnehmbare Schlüsselanhänger, zum Motiv passende Turnbeutel, Schlamperrollen oder Federmappen freuen, gibt den Eltern ein gutes Gefühl für einen sorgsamen Schulstart ihrer Sprösslinge.





