Moderatgeber

Messenger

Man braucht sich nur einmal den Namen auf der Zunge zergehen lassen und genau hinsehen. Dann erklärt sich schon von selbst, mit welchem Anspruch diese Taschen angetreten sind. Zwar will die eingedeutschte Schreibweise sich mittlerweile nicht mehr originalgetreu an den Sinn halten, der Ursprung bleibt dennoch deutlich: Mit dieser männlichen Umhängetasche, kann jeder gestandene Mann eine Message, eine eigene und persönliche Nachricht rüberbringen. Das Signal des Messengers heißt modebewusst, unkompliziert und individuell.

Locker und leger ziehen die Messenger die Blicke auf sich. Vom zarten Outfit für den Leisetreter bis zu radikalen Farben für das maskuline Alphamännchen ist das Angebot der Designs zwischen trendig, rustikal oder bedecktem Understatemant so immens, dass es sicherlich nicht an Auswahl mangelt. Problematisch könnte vielmehr werden, sich aus dem gesamten Fundus sein exakt passendes und gefallendes Wunschmodell herauszupicken. Die Zeiten, in denen ausschließlich die Damenwelt sich mit Umhängetaschen bewaffnet hat, sind Schnee von vorgestern. Schließlich haben auch die bärtigen Zeitgenossen ausreichend Kleinkram mit sich durch die Gegend zu tragen, den „Mann“ seinen Hosentaschen einfach nicht mehr zumuten will. Doch hier stellt sich nicht nur die Frage danach, wie man seine Habseligkeiten am simpelsten verstaut. Ganz im Gegenteil, bei einem Messenger erfährt auch das ansonsten doch eher rudimentär und simpel veranlagte männliche Geschlecht, das Shoppen Spaß machen kann. Mit dem Messanger zeigt sich ein Stück Persönlichkeit, ein Begleiter, für den keine Alltagssituation zu sportlich, zu distinguiert oder zu verpflichtend sein kann. Er passt einfach an die Seite seines Besitzers. Messenger sind gesellschaftsfähig und engen die Assoziation der Träger nicht unnötig ein. Aber genug der kultigen Lobhudelei, zur Sache:

Ein Messenger ist eine gerne von Männern genutzte Umhängetasche, die üblicherweise eine Deckklappe und mehrere Innenfächer hat. Häufig verwendete Stoffe sind Nylon, Leder und ähnliche „wasserfeste“ Stoffe. Die Definition ist hier wichtig, denn „wasserfest“ oder „wasserabweisend“ ist ehrlich – „wasserdicht“ hingegen gibt es bei Taschen nicht. Dann wäre es keine Tasche mehr und schon gar kein Messenger, sondern vielleicht eine Plastikdose. Und dass ein solches Behältnis nicht „wasserdicht“ sein kann, sollte man für den Inhalt schon berücksichtigen. Wer mag schon eine verwässerte Diplomarbeit aus dem Inneren seines Messengers zerren oder sich mit einer triefnassen Bewerbung für den nächsten Karriereschritt bewerben. Außerdem wollen sie nicht mit einem Plastikdose glänzen, sondern mit einem vernünftig legeren Messenger, der – je nach Geldbeutel – vielleicht sogar Kultstatus besitzt. Man darf auf eine vernünftige Verarbeitung Wert legen. Die wird seitens der Hersteller geboten. Solide gearbeitete Nähte, die gerne auch doppelt eingefasst sind, stufenlos verstellbare Schulterriemen und problemlos einschnappende Steckverschlüsse erkennt man auf den ersten Blick. Ausprobieren und anprobieren kann hier mit einem gewissen Genussfaktor erlebt werden. Nichts, was über Gebühr in vorgegebene Regeln und Maßstäbe zwingt. Selbstverständlich wird außer den unterschiedlichsten Formen zwischen „quadratisch“ oder „oval“ bis hin zu „irrwitzig“ auch das eine oder andere Ausstattungsdetail angeboten. Ob es Ihnen allerdings wichtig ist, über ein Netz-Innenfach zu verfügen, oder einige Stifte einsortieren zu können, das entspricht alles nur einem einzigen Faktor: Ihrem Geschmack.

Kultstatus besitzen beispielsweise die aus gebrauchter Lkw-Plane gefertigten Modelle der Szene-bewussten Hersteller aus. Diese Messenger sind zwangsläufig Unikate und genießen eine angenehme Wertigkeit. Man bewegt sich mit Ihnen zwischen mondän und ausgefallen bis trend- und sogar umweltbewusst. Wenn Ihr Messenger erst genauso viele Kilometer mit Ihnen gelaufen ist, wie er vielleicht als Teil einer Lkw-Plane auf den Autobahnen verbracht hat, dann sind Sie sich beide sehr ans Herz gewachsen.