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Ringe

Die Bedeutung von Ringen kann man u.a. daraus erahnen, wie oft sie in Märchen eine entscheidende Rolle spielen. Sie dienen als Erkennungszeichen (Der Bärenhäuter), funktionieren als Wunschring (Das Märchen vom Wunschring), werden von Spatzen gefunden (Der Spatz und der goldene Ring) und von der Gans verschluckt (Der goldene Ring). Und immer wieder werden sie als Zeichen der Liebe verschenkt. Wie im richtigen Leben!
Hier kann es zwar auch passieren, dass sich eine diebische Elster einen unachtsam weggelegten glitzernden Ring schnappt, aber ansonsten steht nichts zu befürchten. Ringe sind im richtigen Leben dazu da, die Hände zu schmücken. Manche haben eine Bedeutung und stehen zum Beispiel für ein bestimmtes Amt (Bischofsring) oder sie symbolisieren ewige Freundschaft. Eheringe gehören ebenfalls zu den Ringen mit besonderem Stellenwert. Alle anderen Ringe zählen zu der Kategorie Schmuck, den man lediglich aus Freude an schönen Dingen trägt und weil man das Bedürfnis hat, sich selbst zu schmücken. Oft sind es die Hände, die den ersten Eindruck eines Menschen unterstreichen. An ihnen kann man erkennen, ob die Person gepflegt ist und ob sie Wert auf ihr Äußeres legt. Das hat auch viel mit gepflegten Nägeln und dem Zustand der Haut zu tun. Mit einem Ring kann dieser erste Eindruck jedoch ebenfalls wesentlich beeinflusst werden.
Ringe sind auch ein Parameter dafür, ob die Person eher seriös und bieder eingestellt ist, oder flippig und extrem sein kann. Schlichte Ringe weisen darauf hin, dass ihre Besitzer Wert auf gepflegte Zurückhaltung legen, während Ringe mit ausladenden Formen und auffälligen Farben eher das Gegenteil vermuten lassen. Freilich gilt das nicht immer und es wäre sicherlich ein Fehler, einen Menschen nur nach der Art seiner Ringe einzuschätzen. Es ist ja nicht einmal möglich, die finanziellen Verhältnisse eines Menschen am Wert seiner Ringe zu beurteilen, denn schicker Modeschmuck wird in allen Gesellschaftskreisen gerne getragen, während wertvolle Diamantringe durchaus auch Erbstücke sein können.
Die Optik eines Ringes wird davon bestimmt, ob er durch einen oder mehrere Steine glänzt, oder ob der Ring an sich als Schmuck zu verstehen ist. Ein goldener Ring, der vom Goldschmied kunstvoll verziert ist, braucht keine weiteren Zutaten, er spricht für sich. Schöne und teils sehr wertvolle Steine werden dagegen meistens von schlichten Ringen incl. Fassung gehalten. Bei manchen Modellen ist allerdings auch die Fassung ein kleines Kunstwerk. Ein beliebtes Material für Ringe ist Gold in allen Legierungen. Besonders apart wirken sie, wenn verschiedene Goldfärbungen miteinander kombiniert werden, wie Rotgold, Gelbgold und Weißgold. Gerne werden auch Gold und Platin zusammen verwendet. Die so entstandenen Farbkontraste machen den Reiz des Ringes aus. Silberringe müssen gepflegt werden, sofern sie nicht aus rhodiniertem Silber bestehen. Sie hinterlassen sonst unschöne dunkle Verfärbungen am Finger. Wer den silbrigen Glanz gerne hat, aber gleichzeitig einen materiell hochwertigen Ring besitzen will, wählt Weißgold. Es glänzt immer und behält seine Farbe, ohne sich zu verändern – und der Finger bleibt sauber.
Einen Ring aus Liebe zu verschenken hat immer noch Tradition. Letztlich kommt es in diesem Fall nicht auf den materiellen Wert an, aber wenn er genauso lange Freude machen soll, wie die damit beschworene Zuneigung, darf er ruhig aus Gold sein.