Louis

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Nach der Weltwirtschaftskrise kommt es in den 1930er Jahren zu einem Boom in der Automobilindustrie. Lange Zeit galten motorisierte Fahrzeuge als Status Symbol für die Gutsituierten. Doch kleine Motorräder waren auch für Normalverdiener erschwinglich. Die Industrie bot dem Kunden eine Palette alltagstauglicher Fahrzeuge an und so kam es zur ersten Blüte der Zweiräder. Besonders deutsche Motorräder galten als zuverlässig und genossen international ein hohes Ansehen. Zu der Zeit begann sich auch Detlev Louis mit Motorrädern zu beschäftigten und entwickelte eine weitreichende Leidenschaft. Er fuhr Rennen und feierte damit erste Erfolge. 1936 lernte er Walter Lohmann kennen und es begann sich eine langjährige Freundschaft zwischen den beiden motorradbegeisterten Männern zu entwickeln. Nach dem zweiten Weltkrieg eröffneten sie unter dem Namen Lohmann & Louis ein erstes Geschäft in Hamburg. Dort wurden Motorräder der Marken Zündapp und NSU verkauft und repariert. Durch die englische Besatzungsmacht kamen schließlich auch die ersten englischen Motorräder der Hersteller BSA, AJS, Norton, Triumph und Matchless zur Reparatur in die Werkstatt. Nachdem sich Walter Lohmann ins Privatleben zurückzog, übernahm Detlev Louis 1946 das Geschäft und baute es weiter aus.

Das Einsetzen des „Wirtschaftswunders“ und ein ansteigender Wohlstand in breiten Bevölkerungsschichten führt zu einer steigenden Beliebtheit des Motorrades. Viele Hersteller boten eine Fülle von Fahrzeugen an. Der Handel mit gebrauchten und neuen Maschinen florierte und das Unternehmen Louis breitete sich aus. Neue Lagerhallen wurden angemietet und auch die Werkstatt musste vergrößert werden. Nach einem kleinen Knick in der Erfolgskurve des Motorrads zu Beginn der 60er Jahre, ist es vor allem die Hippie- und Roch 'n' Roll – Kultur, die dem Zweirad einen neuen Aufschwung gibt. Zu der Zeit stand das Motorrad für Freiheit und wurde besonders von der jungen Bevölkerung mit viel Begeisterung aufgenommen. Immer mehr Hersteller und Modelle bevölkerten den Markt, so waren es nun hauptsächlich japanische Hersteller wie Honda, die neue Motorradmodell anboten.

Louis passte sich dem Trend an, nahm neue Fahrzeuge in das Sortiment auf und verkaufte sein Sortiment nun nicht mehr nur direkt in seiner Filiale, sondern auch über Kataloge, die nach ganz Deutschland verschickt wurden. Mit der zunehmenden Beliebtheit des Motorrads wuchs auch die Nachfrage an Zubehör und passender Bekleidung, so dass das Sortiment des Unternehmens Louis erweitert wurde. Das Motorrad begeisterte nicht mehr nur spezielle Gruppen, durch eine kleine Comic-Figur namens Werner schaffte es das Fahrzeug und das damit verbundene Lebensgefühl in die Öffentlichkeit und erfreute sich großer Popularität. 1981 eröffneten die ersten Louis- Filialen außerhalb Hamburgs in Hannover, Berlin, Düsseldorf und Regensburg. Bis 1989 entstehen 18 Läden. Die meist zweistöckigen Motorradshops führten Bekleidung, Zubehör und Fahrzeuge. Heute, nach über 70 Jahren Firmengeschichte gibt es in Deutschland bereits 56 Filialen und fünf Geschäfte in Österreich mit über 1 250 Mitarbeitern. Damit gehört Louis zu einem der größten Filial- und Versandhändlern in Europa.

Das Sortiment ist riesig und reicht von Motorradhelmen und -visieren über Lederbekleidung, Nierengurten, Stiefeln und Schuhen bis hin zu Protektoren, Textil- und Regenbekleidung. Auch Pflege- und Wartungsartikel, Anbauteile, Camping- und Reisezubehör, sowie Verschleißteile sind bei Louis erhältlich. Außerdem darf natürlich das Motorrad selbst nicht fehlen. Von gebrauchten bis zu neuen Rädern, von Honda über BMW bis hin zu Kawasaki bietet Louis eine großzügige Auswahl.