American Apparel
Vor knapp 25 Jahren gründete der Kanadier Dov Charney in South Carolina eine Shirtcompany. Damals war Dov Charney 18 Jahre alt. Doch bereits nach wenigen Jahren musste die Firma wieder schließen und Charney ging nach Los Angeles, Kalifornien. An der Westküste der Vereinigten Staaten gründete der eine neue Firma, das heute bekannte Modelabel American Apparel, was soviel heißt wie Amerikanische Bekleidung. Heute ist die Firma eines der Unternehmen, dass am schnellsten Wächst. Weltweit arbeiten über 10 000 Menschen für American Apparel und 2008 kam das Unternehmen auf einen Umsatz von 545 Millionen US Dollar. In 19 Ländern besitzt die Firma über 260 Geschäfte. Damit gehört Charneys Firma zu den erfolgreichsten und größten Modehäusern in Amerika
Am Anfang, noch in South Caolina produzierte Charney seine Kollektion bei günstigen Subunternehmen in Mittelamerika. In Kalifornien sollte sich das allerdings ändern. Wie er sagt, wurde er durch einen damaligen Geschäftspartner auf die schlechten Bedingungen unter denen die Angestellten in der Produktion arbeiteten aufmerksam gemacht. Seit 1997 wird bei American Apparel, anstatt in Billiglohn-Drittweltländern, alles in den USA produziert, in einem mehrstöckigen, pinkfarbenen Gebäude in Los Angeles. Ganz nach dem Motto „Sweatshop free“ und ohne Kinderarbeit.
Bei bezahlbaren Preisen verwendet American Apparel nur hochwertige Baumwolle und Biobaumwolle, was nicht zuletzt eine dauerhaft gute Passform garantiert. Ein souveränes Understatement ist außerdem, dass auf Logo-Präsentationen gänzlich verzichtet wird. American Apparel ist das Vorzeige-Label der USA, bei dem die Mitarbeiter, meist Immigranten aus Lateinamerika, 13 Dollar die Stunde verdienen, mehr als das Doppelte als der amerikanische Mindestlohn.
Seit September 2003 gibt es auch in Deutschland Geschäfte des Modehauses. Das offizielle Büro wurde in Düsseldorf gegründet. Von diesem Büro aus sollte ursprünglich die T-Shirts für den Großhandel verkauft werden, mittlerweile hat es sich zu der Zentrale für den europäischen Groß- und Einzelhandel entwickelt. In Deutschland haben bis jetzt 15 American Apparel Geschäft eröffnet, in Berlin, Dresden, München, Stuttgart, Düsseldorf, Köln u.a.
Besonders auffällig ist auch die Werbung von American Apparel. Sie kann einfach und schnell erkannt werden. Die Models auf den Werbeplakaten sind meist recht leicht bekleidet und räkeln sich in aufreizenden Positionen. Immer wieder macht auch der Gründer Dov Charney von sich reden und das nicht immer positiv. Er soll Verhältnisse mit Mitarbeitern haben, nur in Unterhose bekleidet durch die Firma laufen und einmal entschloss er sich während eines Interview live zu masturbieren. Das Image von American Apparel ist zwiegespalten.
Die Kollektion umfasst Kleidung für Männer, Frauen, Kinder und Babies. Auch ist von Unterwäsche, T-Shirts, Sweatshirts, Socken und Hosen alles erhältlich. Dabei zeichnet sich die Kleidung aber hauptsächlich durch ihre Farbenvielfalt und die ökologische sowie fair gehandelte Herstellung aus. Die Kollektionen sind eine Mischung Coolness und Moral, auf die Dov Charney besonders viel Wert legt, zu mindestens wenn es um die Herstellung der Kleidung geht. Doch American Apparel hat sein Sortiment auch auf die Bereiche Accessoires, Taschen und Schuhe ausgeweitet. Und auch eine eigene Kollektion für Hund, zu der neben Leinen auch Westen und T-Shirts für die kleinen Vierbeiner gehören, bietet das Label an.





