28. Juni 2012

Jean Paul Gaultier

Jean Paul Gaultier

Er ist das Enfant terrible und einer der Topdesigner der französischen Moderiege. Mit ungewöhnlichen Methoden machte er seine Mode bekannt, stattete Filmstars und Musiker mit Kostümen aus und brachte das Matrosenoberteil in Mode. Jean-Paul Gaultier ist ein Multitalent und echter Querkopf.

Der talentierte Jüngling

Am 24. April 1952 wurde Jean Paul Gaultier in Arcuil bei Paris als Sohn einer Kassiererin und eines Buchhalters geboren. Bei seiner Großmutter, die mit Damen aus der Nachbarschaft viel Zeit für Kosmetik-Anwendungen aufbrachte, hielt sich Gaultier oft auf. Schnell entwickelt er sein eigenes Gefühl für Farben und Proportionen und bewarb sich mit 17 Jahren selbstständig bei verschiedenen Pariser Designern. Eine Ausbildung hatte er bis dahin noch nicht genossen.

Pierre Cardin war es schließlich, der Gaultiers Talent erkannte und ihn 1970 als Assistenten einstellte. Doch er blieb nicht lang. Schon ein Jahr darauf kam der junge Designer zu John Patou und lernte die Arbeit mit Haute-Couture. Schnell wurde er Assistent des Chefdesigners Michel Goma. Aber 1974 arbeitete er wieder für Pierre Cardin und stellte 1976 seine erste eigene Kollektion vor.

Die Etablierung der Marke

Zwei Jahre darauf entsteht das Label Jean Paul Gaultier, unter dem bis heute Aufsehen erregenden Kreationen gezeigt werden. Besonders in der Anfangszeit fielen die Prêt-à-porter-Kollektionen aus der Reihe damaliger Entwürfe. Stilbrüche und Einflüsse aus dem aufsteigenden Punkmillieu brachten dem Modeschöpfer früh seinen Ruf als Enfant terrible.

Zusätzliche Highlights waren und sind die Modeschauen, die bleibende Bilder erzeugen und über die Mode hinaus bestehen. Außerdem zeigt Jean Paul Gaultier seine Roben entgegen gängiger Prägungen oft an unkonventionellen Modellen. Überwichtige, tätowierte und gepiercte Personen sind keine Seltenheit.

Bekannt durch Film und Musik

Berühmtheit erlangte der gefragte Designer außerdem durch Kostümentwürfe für bekannte Filme wie „Das fünfte Element“ oder Pedro Almodóvars „Kika“. Auch für Bühnenshows und Tourneen schneiderte er Outfits. Unter anderem stattete er Kylie Minogue, Johnny Hallyday und Madonna aus. Für letztere entwarf er einen spitz zulaufenden Büstenhalter im Stile der in den 60er Jahren verbreiteten Cone-BHs. Dieser wurde ein gefragtes Element der Show und 1991 für 14.000 Pfund versteigert.

Besonderes Markenzeichen des Designers Jean Paul Gaultier ist darüber hinaus das weiße Oberteil mit blauen Streifen im Marine-Stil. Es ziert viele Designs und ist unter anderem auch auf den Parfüm-Flaschen Gaultiers zu sehen.

(Bild: Jean Paul Gaultier Parfumes)