15. August 2012

Coco Chanel

Coco Chanel gilt als eine der bedeutendsten Modedesignerinnen der jüngsten Vergangenheit. Das New York Time Magazine zählt sie zu den 100 einflussreichsten Personen des 20. Jahrhundert. Mit einem Modestil der zurückhaltenden Eleganz wollte sie die Schönheit der Frauen unterstreichen. Das „Kleine Schwarze“, ihr Parfum „Chanel No°5“ und ihr „Chanel-Kostüm“ machten sie weltberühmt.

Vom Waisenmädchen zum Modestar

Am 19. August des Jahres 1883 wurde „Coco“ als uneheliches Kind des Hausierers Albert Chanel und Jeanne Devolle in Frankreich geboren. Der Name in ihrer Geburtsurkunde lautete Gabrielle Bonheur Chasnel. Ihre Mutter starb früh, weshalb sie sechs Jahre im Waisenhaus des Katholischen Klosters Aubazine verbrachte. Einsamkeit und seelische Not gehörten dort zu ihrem täglichen Leben. Ihren Vater, der die Familie nie richtig unterstützt hatte, sah sie nie wieder. Neben dem Schulunterricht wurde sie als Näherin ausgebildet. Nach ihrer Lehre arbeitete sie in einem Aussteuer- und Babyartikelgeschäft und nahm selbstständige Aufträge als Näherin an.

Sängerin, Hutmacherin, Couturistin

In dieser Zeit trat sie auch als Sängerin auf und bekam ihren Spitznamen „Coco“, welcher sich aus den Liedern, die sie damals sang, ableitete, nämlich „Qui a vu Coco?“ und „Ko-Ko-Ri-Ko“. Im Jahre 1904 lernte sie den Pariser Industrieellensohn Etienne Balsan kennen, der sie finanziell unterstütze, so dass sie ihr erstes eigenes Hutalier eröffnen konnte. Ihr späterer Geliebter, der britische Bergwerksbesitzer Arthur Chapel, verhalf Coco Chanel mit einem Kredit dazu, im Jahre 1911 ein eigenes Modehaus zu gründen.

Befreiung der Frau vom Korsett

Sie entwarf eine funktionale, schlichte und elegante Modelinie und stellte sich damit gegen den zu dieser Zeit üblichen verspielten Stil. Durch die neue Eleganz, die ihre Kleider auszeichneten, konnte sie sich von anderen abheben und feierte bald große Erfolge. Ihre Röcke, Kleider und Blusen sollten vor allem bequem sein und die Frauen nicht wie zuvor in einem Korsett einschnüren. Ihre absolute Lieblingsfarbe war schwarz. Sie wagte sich an neue Stoffe wie Jersey, um mit weichen und dehnbaren Materialien eine neues Wohlgefühl zu gewährleisten. Ein Ausspruch von ihr lautet: „Ein gut geschnittenes Kleid steht jeder Frau. Punktum.“ Die große Künstlerin befreite sich von Geschlechterrollenbildern, schnitt sich die Haare kurz und zeigte sich, indem sie Hosen trug, geradezu revolutionär.

Fall und Comeback

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Coco Chanel verschmäht, da sie während der Besatzungszeit mit den Nationalsozialisten zusammengearbeitet hatte, um ihr Modegeschäft zu erhalten. In Paris begann sie ihr Comeback. Bis zu ihrem Tode konzipierte sie immer wieder neue Entwürfe. Ihr Chanel-Kostüm wird von Geschäftsfrauen weltweit getragen. Darüber hinaus ist sie Begründerin des Modeschmucks. Nach ihrem Tod stellten sich die Erfolge um ihr Modehaus ein. Erst Karl Lagerfeld brachte das Haus im Jahre 1983 mit seinen Kollektionen wieder zum Aufschwung.