Damen Hüte
Die englische Königin wurde noch niemals in der Öffentlichkeit ohne Hut gesehen. Lady Diana, als die Königin der Herzen bekannt und durch tragischen Unfalltod verstorben, erhielt direkt bei Hof – einem Pressebericht zufolge – die Order, niemals ohne Hut in der Öffentlichkeit aufzutreten. Die Handschuhe um sich die Hände nicht zu beschmutzen, gehörten selbstverständlich auch dazu. Und Camilla, der aktuellen und irgendwie schon immer da gewesenen Herzensdame von Prinz Charles bleibt wohl auch nichts anderes übrig als Hüte zu tragen. Das ist königliche Etikette. Höfisches Protokoll. Die Hutmacher freuen sich.
Was für den englischen Hof und übrigens auch sonst noch viele adlige Frauen höfische Etikette und absolutes Muss ist, sehen viele moderne Frauen als modisches Highlight, als tolles Accessoire und natürlich als Möglichkeit, ihren Stil zu unterstreichen und zu betonen.
Mützen sind schon lange nicht mehr einfach nur ein warmes Accessoire für den Winter, ganz im Gegenteil: sie werden inzwischen auch im Sommer getragen. Süße Häkelmützchen mit Glitzer, passend zum Outfit? Aber natürlich, das gehört dazu – farbenfrohe Vielfalt nennt sich das! Und im Winter dürfen sie natürlich auch warm halten. Beanies nennt man die Mützen, die derzeit aktuell sind. Winter oder Sommer, Beanies sind Allroundtalents.
Doch wir sind ja bei Hüten. In der Vorkriegszeit und auch in den ersten Jahren der Nachkriegszeit gehörte der Hut zur Dame wie das Wasser zur Seife. Einen zum Kostüm passenden Hut zu tragen war modische Verpflichtung, Handschuhe gehörten ebenfalls dazu. Fast wie am englischen Königshof, bei den nicht adeligen Damen jedoch weniger teuer – wahrscheinlich. Keine Frage, dass Hüte gerne abgelegt wurden oder nur noch von einigen wenigen Damen getragen wurden, die darauf einfach nicht verzichten wollten. Der Hut war out – und zwar vollkommen. Das dürfte so etwa in den Fünfziger Jahren passiert sein.
Doch der Hut kam zurück. In den Achtziger Jahren machte der Dandylook Furore. Modisch orientierte Damen kleideten sich in schicken Hosenanzügen, die gerade geschnitten waren und ein wenig maskulin wirkten. Der schwarze, elegante Herrenhut a la Blues Brothers gehörte hier einfach dazu – dieses Outfit musste doch perfekt sein! Um es vollkommen zu perfektionieren, kombinierte man gerne noch eine Krawatte zum Anzug. Und diese Form von Hut kam einfach überhaupt nicht mehr aus der Mode, auch wenn die Hosenanzüge für Damen inzwischen glücklicherweise wieder schicker geschnitten sind.
Auch ein modisches Highlight: der Cowboyhut. Nicht wegzudenken aus der Modewelt! Jeansrock, Cowboystiefel und ein farblich passender Hut – das war das Freizeitoutfit für sportliche, lässige Frauen. Die Cowboystiefel kamen irgendwann aus der Mode – auch wenn sie inzwischen wieder da sind. Der Hut aber blieb. Und als er drohte in Vergessenheit zu geraten, stürmte Madonna die Hitparaden und präsentierte sich in völlig neuem Look: mit pinkfarbenem Cowboyhut. Und schon war er wieder da.
Auch sehr edel und sicher auch durch einen musikalischen Stil geprägt: der Hut mit Schleier. Erinnern Sie sich noch an das erfolgreiche Album „Eve“ von Alan Parson? Falls Sie es noch in Ihrem Plattenschrank stehen haben, kramen Sie es ruhig einmal heraus. Denn die Hüte mit dem schwarzen, kurzen Schleier, welche von den Damen auf dem Plattencover getragen werden, sind wohl eines der modischen Highlights, die Mr. Parson zu verantworten hat. Ein Highlight, das von Sharon Stone in einem ihrer Filme gleich übernommen wurde – und niemals wieder aus der Modewelt verschwand. Die „behütete Frau“ – darunter ist heute etwas vollkommen Neues zu verstehen!





