2. Juni 2012 von katharina
Promi News

Der Stil der Queen:
60 Jahre royaler Chic

Sie ist die wahre Herrscherin Großbritanniens und beweist auch in Sachen Mode eine ganz eigene Linie: Königin Elisabeth II. feiert dieser Tage ihr diamantenes Thronjubiläum und beglückt ihr Volk mit zahlreichen Auftritten. In strahlende Farben gehüllt, erweist sich die Queen auch mit 86 Jahren bei ihren Präsentationspflichten stets als stilsicherer Hingucker.

Modisches Traditionsbewusstsein

Als Sinnbild altehrwürdiger Werte setzt die Queen auch bei ihrer Kleidung auf Tradition und handwerkliche Qualität. Industriell hergestellte Konfektionsware kommt für die Monarchin nur in Ausnahmefällen zum Einsatz, ansonsten besteht sie – im Gegensatz zum neuen royalen Modevorbild Catherine – auf maßgeschneiderte Sonderanfertigungen. Geboren in den Zwanziger Jahren und aufgewachsen im Vorkriegs-England überrascht diese Haltung bei einer hochrangigen Adligen jedoch kaum.

Wichtigster Designer in ihrer Zeit als junge Frau ist der britische Designer und langjährige Hoflieferant Norman Hartnell. Er empfiehlt sich dank zweier gelungener Brautjungfern-Kleider für die Prinzessinnen Elizabeth und Margaret als Ausstatter von Queen Mum Elizabeth Bowes-Lyon. Seine Designs umfassen sowohl altmodische Modelle mit Reifrock wie auch modernere Entwürfe mit schmalerer Silhouette.

Die ganze Bandbreite seines Könnens als Couturier beweist er 1947 bei der Fertigung von Elizabeths II. Brautkleid, das mit herzförmigen Ausschnitt und tausenden aufgestickten Perlen neue Maßstäbe setzte. Auch bei ihrer offiziellen Krönung zur Königin 1953 und weiteren weniger spektakulären Auftritten setzt Elizabeth II. auf die Entwürfe Hartnells.

Faible für Farben

In den Sechziger und Siebziger Jahren designen Hardy Amies und Hartnells ehemaliger Assistent Ian Thomas Elizabeths II. Festroben, die entsprechend dem veränderten Verständnis von Chic und Eleganz weniger opulent ausfallen und einen entspannteren Stil pflegen. Später sind es Maureen Rose, John Anderson und dessen Partner Karl Ludwig Rehse, die den ganz eigenen Look der Queen prägen.

Anstatt sich auf ausgefallene Schnitte einzulassen, setzt Elizabeth II. im Alter immer mehr auf starke Farben wie Gelb, Fuchsia und die königlichste aller Farben, Royal-Blau. Seit zwölf Jahren ist Designer Stewart Parvin verantwortlich für die öffentlichen Outfits der Queen und hat ihren Look behutsam modernisiert. Typisch für die royale Regentin waren und sind gerade geschnittene Kostüme ohne Revers, die mit farblich passendem Hut abgerundet werden.

Straff organisiertes Kleider-Archiv

Die als sparsam geltende Monarchin trägt Kleider, Kostüme und Mäntel durchaus mehrmals – jedoch nie zu denselben Anlässen. Um modische Fauxpas zu vermeiden und Staatsoberhäuptern nicht mehrmals im gleichen Outfit gegenüberzutreten, wird die Garderobe der Queen sorgfältig verwaltet und katalogisiert.

Jedes Kleidungsstück erhalte deshalb zur Wiedererkennung einen Namen, wie Designer Stewart Parvin im Interview mit „The Times“ berichtet. Doch zumindest für die Feierlichkeiten vom 2. bis 5. Juni dürfte sich die derzeit wohl bedeutendste Monarchin der Welt etwas Neues gegönnt haben.


(Bilder: gemeinfrei)

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