Bereits zum zehnten Mal gastiert der internationale Modezirkus derzeit an der Spree und sorgt mit innovativen Kollektionen für reichlich Gesprächsstoff in der Szene. Das zu Beginn eher belächelte Event hat sich mittlerweile in der Modebranche etabliert und wird immer aufwändiger inszeniert. Im Gegensatz zu den traditionellen Modewochen in Paris, Mailand, New York und London wird in Berlin die experimentelle Seite der Mode präsentiert und gefeiert. Statt Chanel, Dior und anderen altehrwürdigen Modehäusern präsentieren hier nämlich vor allem Nachwuchsdesigner ihre neuesten Kollektionen.
Experimentierfreude statt angestaubter Traditionen
Seit 2008 wird Berlin dem von der UNESCO verliehenen Titel als Stadt des Designs auch in Sachen Mode gerecht. Jeweils im Januar und Juli verwandeln Designer, Models, Modejournalisten und jede Menge interessierte Promis die Spreemetropole in ein buntes Kaleidoskop innovativer Ideen, aufwändiger Shows und unkonventioneller Side-Events. Denn nicht nur das am Brandenburger Tor aufgeschlagene Zelt wird zum Lauftsteg, sondern auch viele kleine und nicht minder feine Locations in der ganzen Stadt. Außerdem lockt die Modemesse Bread and Butter Fans urbaner Streetwear nach Berlin und präsentiert die neuesten Trends aus diesem Bereich.
Inspirationen für den nächsten Winter
An vier Tagen werden die Kollektionen von rund vierzig etablierten Designern und Newcomern gezeigt. Den Anfang macht das deutsche Modeunternehmen Escada Sports, das durchaus alltagstaugliche Inspirationen für den nächsten Winter präsentiert. Klassisch-moderne Looks in gedeckten Farben wie Camel, Anthrazit und Grau werden durch Elemente in leuchtendem Rot oder Koralle aufgefrischt, außerdem bleibt auch der aktuelle Trend Mustermix in gediegener Form erhalten. Hosen reichen im Karottenschnitt nur bis zu den Knöcheln, Shorts und Röcke in diversen Längen ermuntern Modefans, im nächsten Winter noch mehr Bein zu zeigen. Welche Vorschläge andere Labels für den Look im nächsten Winter, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
Labels mit Zukunft
Viele der auf der Berliner Modewoche anzutreffenden Designer stammen aus Deutschland und nutzen den Event, um sich gegenüber Journalisten und Einkäufern zu präsentieren. Zwar ist der Vermarktungsdruck in Berlin weitaus geringer als in Paris oder New York, dennoch kann der wirtschaftliche Aspekt bei aller Liebe zur Kunst auch hier nicht außer Acht gelassen werden. Labels wie Lala Berlin und Kaviar Gauche nutzen dieses Heimspiel deshalb um sich einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, wobei natürlich auch prominente Gesichter in der Front Row nicht fehlen dürfen. Wichtiger Höhepunkt der Fashionweek ist auch in diesem Jahr die von Designer Michael Michalsky im Berliner Tempodrom veranstaltete Stylenite, bei der die Mode im Rahmen einer atemberaubenden Show frenetisch gefeiert wird.
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