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Ökomode auf dem Vormarsch

Nachdem Lebensmittel wie Kaffee und Schokolade schon längst in zertifizierter Bio-Qualität erhältlich sind, rücken nun auch Bekleidungshersteller nach und bieten dem moralisch anspruchsvollen Kunden Mode, die weder Mensch noch Natur schadet. Grüne Kleidung möchte allerdings nicht nur das Gewissen beruhigen, sondern auch gut aussehen. Dass dieser Spagat zwischen Mode- und Umweltbewusstsein durchaus gelingen kann, beweist eine wachsende Anzahl grüner Labels, die längst nicht mehr nur einen Nischenmarkt bedienen.
 

Modisch gekleidet mit gutem Gewissen

Ökomode

Ökologisch produzierte Kleidung muss konventionell gefertigten Produkten optisch in nichts nachstehen. (Bild: fotolia.de - Andrey Kiselev)

Die Idee ist einfach und hat sich in anderen Lebensbereichen schon längst durchgesetzt: Der persönliche Konsum soll weder der Umwelt noch den am Herstellungsprozess beteiligten Menschen oder der eigenen Moral schaden. Nachhaltigkeit heißt das Zauberwort, das für manch einen nun auch bei der Kleiderwahl zum kaufentscheidenden Maßstab geworden ist. Dabei muss ökologisch produzierte Kleidung konventionell gefertigten Produkten in nichts nachstehen und ist optisch nicht unbedingt von ihnen zu unterscheiden. Denn umweltbewusste Mode hat das Klischee von naturweißen Wollpullovern, Latzhosen und bunten Ponchos längst hinter sich gelassen und präsentiert sich modern und vielseitig.
 

Keine einheitliche Zertifizierung

Derzeit gibt es in der Textilindustrie noch kein international anerkanntes und verbreitetes Gütesiegel, dem die Verbraucher voll vertrauen können. Das in Deutschland bekannte Siegel Ökotex Standard 100 prüft beispielsweise nur das fertige Textilprodukt und setzt die zulässige Schadstoffgrenze kaum niedriger an als es auch gesetzliche Bestimmungen tun. Am ehesten wird das internationale Siegel Global Organic Textile Standard (GOTS) dem Anspruch allgemein vertretbarer Nachhaltigkeit gerecht, da die Auszeichnung an Kriterien für Anbau und Verarbeitung geknüpft ist.
 

Bio-Baumwolle allein reicht nicht

Der schwedische Modekonzern H&M war laut der Organisation Textile Exchange 2010 vor C&A und Nike der weltweit größte Abnehmer von ökologisch produzierter Baumwolle und nutzt diesen Umstand auch gerne für Marketingzwecke. Doch der einwandfreie Rohstoff allein macht meist keinen Unterschied, denn vielmehr sind es Färbe- und Veredelungsprozesse, die Natur und menschlicher Gesundheit schaden können. Vor allem schwarze Textilien sind oft stark schadstoffbelastet, da die Färbung in diesem Ton nicht ohne Chemie auskommt. Wirklich umweltverträglich ist Mode also nur, wenn alle Teile des Herstellungsprozesses ökologischen Richtlinien unterliegen.
 

Anbieter von Ökomode

Seit einigen Jahren wird Öko in der Mode immer mehr zum Trend, weshalb derzeit viele Unternehmen auf diesen Zug aufspringen möchten und die Umweltverträglichkeit ihrer Mode gerne als Marketinginstrument nutzen. Allerdings sind es eher kleinere Firmen, die sich über hohe ökologische sowie ethische Standards definieren und damit ein stetig wachsendes Klientel bedienen, das auch in Sachen Optik hohe Ansprüche hat.

Der Onlineshop armedangels versorgt zum Beispiel Liebhaber bequemer Streetwear mit umweltbewusster Kleidung, Businessfrauen werden bei Fair Queen fündig und das Traditionsunternehmen Hess Natur bietet Alltagskleidung für die ganze Familie. Außerdem buhlen noch viele weitere Hersteller und Händler im nationalen und internationalen Modemarkt um die Gunst des Kunden.

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